Nazipsychiatrie – Aufstieg und Fall

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Beschreibung

360.000 Menschen zwangssterilisiert, 250.000 Menschen getötet


Nazipsychiatrie – Aufstieg und Fall


Im Nazistaat hatten Nazi-Psychiater freie Hand. Paul Nitsche ließ als Leiter der Mordaktion morden, der Schweizer Ernst Rüdin begründete Zwangssterilisation „wissenschaftlich“.

Was Nazipsychiater dachten, wie Nazipsychiater (Nazi-Psychiater) fühlten, wie sie freie Hand im totalitären Nazistaat hatten, dass auch in Frankreich der Holocaust wütete, dass Widerstand gegen Massenmord nicht zustande kam und wie diese Täter in der jungen Bundesrepublick behandelt wurden, belegt Uwe Henrik Peters in „Nazipsychiatrie – Aufstieg und Fall“.

Was dachten Nazipsychiater Paul Nitsche, Leiter der Mordaktion, der 250.000 Menschen ermorden ließ und der Schweizer Nazipsychiater Ernst Rüdin, der 360.000 Menschen den Weg in die Zwangssterilisierung vorschrieb? Welche Kräfte standen hinter diesen Vorgängen?

Paul Nitsche hat in einem Gerichtsverfahren Aussagen über seine Mordmotive gemacht. Er forderte damit für sich den Freispruch, wurde aber zum Tode verurteilt und exekutiert. Die Urteilsbegründung wird in dem Buch vollständig wiedergegeben. Der Schweizer Psychiater Ernst Rüdin war der von den Nazis eingesetzte Reichsleiter der Psychiatrie für das großdeutsche Reich. Nicht nur er hatte immer die Zwangssterilisierung gefordert, er begründete und kommentierte diese auch “wissenschaftlich”. Rüdin blieb bis in die Gegenwart geehrt, weil sich eine frühere Bundesregierung ausgerechnet von Nazipsychiatern beraten ließ. Erst 2011 wurde das korrigiert. – Ebenfalls wird der Holocaust an psychisch Kranken in Frankreich während des Vichy-Regimes dargestellt.

Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es eine kleine Randgruppe von Psychiatern, welche die gewaltsame “Ausjäte” oder “Ausmerze” von Kranken, geistig Behinderten, Schwachen und Kriminellen forderten. Der totalitäre Nazistaat verschaffte ihnen die Gelegenheit zur Tat. Wie U. H. Peters im Anfangsteil des vorliegenden Buches darstellt, gab es in der Nazizeit allerdings nicht nur Nazipsychiater. Denn viele Psychiater wurden von den Nazis verfolgt, verjagt, aus ihren Ämtern vertrieben oder ermordet. Die Nazipsychiater aber bekamen die Macht in die Hände gelegt. Ihre Motive waren oft einfach Ehrgeiz und Machthunger. Die Lebensschicksale von zwei Haupttätern, Paul Nitsche und Ernst Rüdin, vermitteln tiefere Einblicke.

Mit einem persönlichen Erinnerungskapitel endet dieses Buch. Der Autor verbrachte seine ganze Kindheit und Jugend in Nazideutschland. Familienkontakte bestanden einerseits zu Karsten Jaspersen, dem einzigen deutschen Psychiater, der eine Ablehnungsfront gegen den Massenmord zusammenzubringen versuchte. Vergeblich. – Andererseits stand der im Nürnberger Ärzteprozeß verurteilte Karl Genzken ebenfalls der Familie nahe.


Nazipsychiatrie Aufstieg und Fall

von Uwe Henrik Peters

ISBN: 978-3-931906-16-0

258 Seiten

Zusätzliche Produktinformationen

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